Grenzen setzen – Das Zauberwort „Nein“

Grenzen setzen – Das Zauberwort „Nein“

Wenn es so wichtig ist, warum ist „Nein“ so schwer.

Die kurze Antwort ist: Weil wir Nachfahren von Herdentieren sind.

Wir wollen gemocht und geliebt werden und in der Gruppe angenommen sein.  Manchmal sitzt eine tief verwurzelte Angst in uns:  Etwas wirklich Schlimmes passiert, wenn es uns nicht gelingt, geliebt zu sein. Dieser Gedanke hatte seine Berechtigung, als der Mensch dem sicheren Tod ins Auge sehen musste, wenn er aus der Gruppe verstoßen wurde. Aber das ist lange her. Muss das heute noch so sein? Natürlich nicht. Und doch ertappen wir uns immer wieder dabei.

Wir wollen uns schlicht nicht unbeliebt machen, wenn wir Grenzen setzen, eine Bitte abschlagen oder unangemessenes Verhalten zurückweisen oder kritisieren. Der Preis kann allerdings für dich richtig hoch sein. Je mehr du zurückweichst, deine Grenzen nicht aufzeigst und deine Wünsche und Bedürfnisse nicht ausdrückst, desto schwerer wird es, das beim nächsten Mal zu tun. Es ist im schlimmsten Fall so, als ob ein Teil von dir den Respekt vor dir verliert und das Gefühl gewinnt, nicht gehört und gesehen zu werden. Eine häufige Konsequenz davon: Selbstachtung und Selbstwertgefühl werden kleiner. Es liegt nichts Gutes darin, das zu zulassen und anderen Menschen zu erlauben, deine Grenzen zu missachten.

Hier sind 5 Tipps, die dir helfen können, deine Grenzen zu erkennen und zu wahren:

  • Werde dir bewusst, was du willst.

Was sind eigentlich deine Bedürfnisse? Was ist es, dass du willst? Oder auch nicht willst? Wo kannst du noch mitgehen und was möchtest du auf keinen Fall dulden?

Je klarer du damit bist, wie andere Menschen (Kolleg*innen, Freund*innen, Mitglieder deiner Familie …) mit dir umgehen sollen, desto leichter wird es dir fallen deine Grenzen frühzeitig aufzuzeigen und nicht erst dann, wenn es schon fast zu spät ist. Oder sogar gar nicht.

  • Lerne die Signale deines Körpers kennen

Unser Alltag neigt dazu uns so mit Reizen und Anforderungen zu überschütten, dass es schwer ist zu spüren, wann es genug ist. Das fängt beim Smartphone an und hört bei der Kollegin, die einen kleinen Plausch halten möchte, während du auf dem Weg zu einem wichtigen Termin bist, nicht auf. Aber der Körper reagiert – immer. Und meist schneller und direkter als unsere Gedanken. Man kann lernen, diese Signale des Körpers, wie zum Beispiel eine kurze Anspannung oder ein Herzklopfen, besser wahrzunehmen. Erst wenn du weißt, was du willst und brauchst kannst du angemessen reagieren.

  • Dein Leben geschieht nur durch dich – Sage „Ja“ zu dir.

Ja und Nein treten immer als Zwillingspaar auf. Die Zustimmung zum einen ist die Ablehnung des anderen. Wenn ich heute ins Theater gehe, kann ich nicht gleichzeitig im Kino sein. Wenn ich diese Arbeit mache, kann ich nicht gleichzeitig jenes erledigen. Ständig Ja zu den Bitten von anderen zu sagen, bedeutet Nein zu deinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu sagen. Zum Beispiel nach deinem Bedürfnis nach Ruhe, nach Unabhängigkeit usw. Ja zu sich selbst zu sagen, heißt nicht egoistisch zu sein, sondern nur, sich genauso wichtig zu nehmen wie andere.

  • Drücke deine Bedürfnisse aus.

Eine sehr höfliche Freundin von mir hat vor längerer Zeit zum Geburtstag ein bestimmtes Buch geschenkt bekommen. Es gefiel ihr nicht. Höflicherweise sagte Sie aber „Ja.“ auf die Frage, ob es ihr gefällt. Man kann sich vorstellen, was sie zu den nächsten Festen bekommen hat. Erst ein: „Nein, mir gefällt der Autor nicht“, hat dieses für alle blöde Ritual beenden können.

Wenn du ehrlich bist, wirst du Gelegenheiten entdecken, in denen du ähnlich gehandelt hast. Situationen, in denen du nicht gezeigt hast, dass dich etwas traurig macht, du etwas nicht mehr willst oder, dass dir etwas zu viel wird. Aber wie sollen selbst wohlwollende Menschen deine Grenzen erkennen, wenn du sie nicht mitteilst?

  • Übung führt zum Ziel.

Ein einzelnes Nein wird dein Leben kaum verändern. Aber die Summe der vielen kleinen Entscheidungen, die dich Ja sagen lassen, zu dem, was du willst – und die vielen kleinen Neins, die den anderen zeigen, was du nicht magst und wo deine Grenzen sind, die niemand überschreiten darf, führen Schritt für Schritt zu ganz anderen passenderen Ergebnissen.

Oder kurz: Übung führt zum Ziel!

Wenn Sie Unterstützung suchen, Ihre Fähigkeit zu stärken „Nein“ sagen zu können, vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.

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